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NextGenPSD2-Zertifizierung

Neue BSI Orien­tie­rungs­hilfe zu Nachweisen gemäß § 8a Absatz 3 BSIG

Seit über fünf Jahren ist das IT-Sicher­heits­gesetz (IT-Sig) im Zusam­men­spiel mit der KRITIS-Verordnung im Einsatz. Das Hauptziel ist die Regulierung der KRITIS-Betreiber nach BSI-Gesetz. Das des Bundesamts für Sicherheit in der Infor­ma­ti­ons­technik (BSI) begleitet Gesetz und Verordnung mit der sogenannten BSI Orien­tie­rungs­hilfe zu Nachweisen.

IT-Sig 2.0 – Kommt es oder kommt es nicht?

Um das Thema „IT-Sicher­heits­gesetz 2.0“ ist es leider in letzter Zeit sehr still geworden. Somit ist auch kurzfristig mit keiner Novel­lierung der KRITIS-Verordnung zu rechnen. Dem vorlie­genden Referen­ten­entwurf zum IT-Sig 2.0 sind aber die aktuellen Überle­gungen zu entnehmen. So ist bspw. die Aufnahme der Entsorgung zu den bishe­rigen Sektoren angedacht. Zudem ist eine Erwei­terung des Adres­sa­ten­kreises über die KRITIS-Betreiber hinaus auf Unter­nehmen im beson­deren öffent­lichen Interesse (u.a. aufgrund volks­wirt­schaft­licher Bedeutung) angedacht. Für diese stehen die Erstellung von Sicher­heits­kon­zepten, die Pflicht zur Meldung von Störungen, die Regis­trierung und Führung einer Melde­stelle sowie die Vertrau­ens­wür­digkeit der Beschäf­tigten im Raum. Besonders markant ist die geplante Verschärfung des Bußgeld­rahmens von bisher maximal EUR 100.000 auf max. EUR 20.000.000 (bzw. 4% des gesamten weltweit erzielten jährlichen Unter­neh­mens­um­satzes des voran­ge­gan­genen Geschäftsjahrs).

Neue Orien­tie­rungs­hilfe zu Nachweisen

Während das IT-Sig 2.0 noch auf sich warten lässt, hat in der zweiten August­hälfte das BSI seine neue „Orien­tie­rungs­hilfe zu Nachweisen gemäß § 8a Absatz 3 BSIG“ veröf­fent­licht. Die Versi­ons­nummer 1.1 lässt es bereits vermuten: zu den Änderungen gehören viele Konkre­ti­sie­rungen und Klarstel­lungen der Sachver­halte und Anfor­de­rungen. Darüber hinaus gibt es weitere signi­fi­kante Änderungen. So vereint das neue Formular P die Infor­ma­tionen der bisher verwen­deten Formulare PD (Prüfdurch­führung), PE (Prüfergeb­nisse) und PS (prüfende Stelle). Neben der schrift­lichen Einrei­chung ist jetzt auch eine digitale/maschinenlesbare Kopie erfor­derlich. Die Liste der Sicher­heits­mängel und der Umset­zungsplan sind ab sofort in einem Dokument zusam­men­ge­fasst, während vorhandene Prüfergeb­nisse (maximal zwölf Monate alt) explizit auf Aktua­lität und Bestand geprüft werden müssen. Eine deutliche Neuerung ist die begründete Bewertung der Reife­grade der Manage­ment­systeme für Infor­ma­ti­ons­si­cherheit (ISMS) und Business Conti­nuity (BCMS). Sehr auffällig ist auch der starke Fokus auf dem Aspekt der Nachvoll­zieh­barkeit. Dieser wird an diversen Stellen sichtbar:

  • Detail­lierte Beschreibung des Geltungs­be­reichs (mit seinen Schnitt­stellen, Abhän­gig­keiten und durch Dritte betriebene Teile der kriti­schen Dienst­leistung) sowie
  • der Anlage (inklusive zugehö­riger Teile der kriti­schen Dienst­leistung und aller wesent­lichen Merkmale) als auch
  • Bereit­stellung eines verständ­lichen Netzstrukturplan.
  • Zudem muss eine Mängel­liste auch ohne weitere Dokumente verständlich sein.

Auch ohne IT-Sig 2.0 erfordert die neue Orien­tie­rungs­hilfe des BSI Beachtung. SRC-Experten tauschen sich gerne mit Ihnen zu den Neuerungen sowie deren Auswir­kungen aus und unter­stützen Sie bei der Umsetzung der erwei­terten Anforderungen.

KRITIS 2018

Kriti­scher Tag 2018 | Wissen und Erfah­rungen im angeregten Austausch

Der Kritische Tag

Am 25. April 2018 fand der erste Kritische Tag im Konfe­renz­zentrum von SRC statt. Damit feierte eine Veran­stal­tungs­reihe ihre Premiere, die eine hochka­rätige Plattform für den Austausch bietet. Diese richtet sich in erster Linie an Vertreter von Unter­nehmen, die eine kritische Infra­struktur (KRITIS) betreiben. Der Kritische Tag dient vor allem dem Aufbau persön­licher Kontakte, sowie dem Austausch von Erfah­rungen und Best-Practices zur IT- und physi­schen Sicherheit kriti­scher Infrastrukturen.

Der Tages­ablauf

Schon nach Ankunft der ersten Teilnehmer begann ein reger Austausch zu den Themen. Zum Start des Kriti­schen Tages dokumen­tierte der ausge­buchte Saal den Infor­ma­ti­ons­bedarf der Teilnehmer.

Hochka­rätige Sprecher gaben einen Überblick über das Thema KRITIS. Isabel Münch, Fachbe­reichs­lei­terin CK3 und Vertre­terin des Bundesamt für Sicherheit in der Infor­ma­ti­ons­technik (BSI), erläu­terte Vorgehen und Abläufe in der Aufsichts­be­hörde. Randolf Skerka, Bereichs­leiter bei SRC und Verant­wort­licher für das Thema Prüfung nach §8a (3) BSIG, schil­derte die ersten Erfah­rungen aus Perspektive der prüfenden Stelle. Das Klinikum Lünen hat den Nachweis der Prüfung nach §8a (3) BSIG als Erstes erbracht. Ralf Plomann, IT-Leiter des Klinikums Lünen, gab eindrucks­volle Einblicke über die Entwicklung der Kranken­haus­or­ga­ni­sation zur Vorbe­reitung auf die Prüfung. Für die fachliche Abrundung des Vormittags sorgte Prof. Dr. med. Andreas Becker, der verdeut­lichte, dass fundierte Branchen­kom­petenz ein wesent­licher und unver­zicht­barer Grund­stein einer sinnvolle Prüfung ist.

Die Exper­ten­vor­träge vermit­telten den Teilnehmern eine 360°-Sicht auf die weitest­gehend und aus gutem Grund unscharf formu­lierten Anfor­de­rungen der BSI-Prüfungen.

Zum Abschluss des Vormittags schil­derte der bildende Künstler Frank Rogge seine Sicht auf die Fragen der Kriti­ka­lität im Bereich künst­le­ri­schen Schaffens.

Der Nachmittag wurde vollum­fänglich den Inter­es­sens­schwer­punkten der Teilnehmer gewidmet. Unter der Moderation von Jochen Schumacher, Mitor­ga­ni­sator bei SRC, wurde der Ablauf des Nachmit­tages gestaltet.

Die Teilnehmer organi­sierten eigen­ständig die vielfäl­tigen Inhalte für neun Sessions.

Die wichtigsten Ergeb­nisse des Nachmittags

Aus der Session „Zerti­fi­zie­rungs­fin­dings an das BSI übersenden“ wurde deutlich, dass das BSI zum Beispiel keine „klassi­schen“ und bis ins letzte technische Detail ausfor­mu­lierten Findings bzw. Abwei­chungen erwartet. Sinnvoll ist ein grob beschrie­bener Rahmen der Abwei­chungen und die Beschreibung eines Handlungs­weges im Prüfbe­richt. Dennoch muss für jedes Risiko innerhalb einer kriti­schen Infra­struktur eine entspre­chende Maßnahme vorhanden sein. Das hat für das BSI enorme Bedeutung.

Das BSI wünscht sich die enge Koope­ration mit den verschie­denen Kritis-Unter­nehmen. Das Ziel ist, die Sicherheit der IT in Deutschland zu stärken.

In der Session „Awareness für IT-Sicherheit im Unter­nehmen“ stellte Ralf Plomann die Methode und Maßnah­men­um­setzung im Klinikum Lünen vor. Wichtig sei hier der indivi­duelle Ansatz. Jeder Einzelne im Unter­nehmen sei für die IT-Sicherheit verant­wortlich. In der persön­lichen Ansprache müsse jeder Mitar­beiter dort abgeholt werden, wo er gerade stehe. Das gilt nach Plomann besonders, weil fast niemand mehr Richt­linien lesen würde. Deshalb seien kreativere Ansätze zu wählen. Ralf Plomanns Wunsch für die Zukunft: „Awareness für IT-Sicherheit sollte bereits in der Schule ab Sekun­dar­stufe II beginnen.“ Im Verlauf der weiteren Session kristal­li­sierte sich ein klarer Trend zu eLearning-Platt­formen für die Verbes­serung der Awareness heraus.

In einer weiteren Session widmeten sich die Teilnehmer der sicheren und einfachen Eingrenzung des Scopes. In der Diskussion wurde vor allem das Pyramiden-Modell favori­siert. Die als kritisch einge­stufte Dienst­leistung ist der beste Start­punkt zur Definition des Scope. Geht es beispiels­weise um die kritische Infra­struktur Klärwerk, muss zur Definition des Scope heraus­ge­funden und festge­halten werden, welche Systeme das Wasser klären, welche Auswir­kungen ein Ausfall hätte und wie dieser Ausfall durch andere Methoden kompen­siert und somit die kritische Dienst­leistung aufrecht erhalten werden kann.

Mit dieser Methode bewegt man sich syste­ma­tisch zum äußeren Perimeter. Gelangt man zu nicht mehr kriti­schen Systemen, ist die Grenze des Scopes erreicht.

Fazit des ersten „Kriti­schen Tag“ aus Sicht von SRC

Ausdruck der faszi­nie­renden Atmosphäre war die Weiter­führung der bilate­ralen Kommu­ni­kation der Teilnehmer zwischen den einzelnen Sessions. Die Rückmel­dungen belegten, dass die Teilnehmer viele neue Kontakte knüpfen und Erkennt­nisse aus anderen KRITIS-Projekten gewinnen konnten.

Die insgesamt positive Resonanz der Teilnehmer zeigt uns als SRC, dass der Kritische Tag ein sinnvoller Hub für den Austausch von Infor­ma­tionen zu KRITIS-Projekten zwischen den beteilgten Akteuren ist. Unser Dank gilt allen Teilnehmern, die mit Ihrer Offenheit und ihrem Engagement funda­mental zum Gelingen des kriti­schen Tages beitrugen.

Den Kriti­schen Tag betrachten wir als gelun­genes Experiment. Das motiviert uns, in die Vorbe­rei­tungen für eine Neuauflage einzusteigen.

Kritische Tag

Kriti­scher Tag 2018 | am 25. April 2018 treffen sich die Betreiber kriti­scher Infra­struk­turen bei SRC

Kritische Infra­struk­turen und deren Bedeutung | Kriti­scher Tag 2018 ermög­licht Austausch 

Kritische Infra­struk­turen (KRITIS) sind Organi­sa­tionen und Einrich­tungen mit wichtiger Bedeutung für das staat­liche Gemein­wesen, bei deren Ausfall oder Beein­träch­tigung nachhaltig wirkende Versor­gungs­eng­pässe, erheb­liche Störungen der öffent­lichen Sicherheit oder andere drama­tische Folgen eintreten würden. Diese Kriti­schen Infra­struk­turen sind verschie­densten Gefahren ausge­setzt. Unter anderem gibt es auch vielfältige Szenarien, in denen die Sicherheit der infor­ma­ti­ons­tech­ni­schen Systeme in kriti­schen Infra­struk­turen in den Mittel­punkt rückt. Der Ansatz­punkt für die Konferenz „Kriti­scher Tag 2018“ mit beglei­tendem Barcamp.

Mitein­ander fachlich „Netzwerken“

Mit dem Ziel persön­liche Kontakte aufzu­bauen und fachlichen Austausch anzuregen, bietet der kritische Tag den Menschen einen regel­mä­ßigen Treff­punkt, die für den Schutz kriti­scher Infra­struk­turen verant­wortlich sind. Die Zielgruppe des  kriti­schen Tages sind dabei jene Menschen, die in einem Unter­nehmen oder einer Einrichtung arbeiten, welches die Bevöl­kerung mit lebens­wich­tigen Gütern und Dienst­leis­tungen versorgt. Darüber hinaus spricht der kritische Tag Menschen an, die sich praktisch, beratend, regula­to­risch oder wissen­schaftlich mit dem Thema kritische Infra­struk­turen ausein­an­der­setzen. Der erste kritische Tag findet am 25. April 2018 im SRC Konfe­renz­zentrum mit beglei­tendem Barcamp statt. Tickets sind ab sofort erhältlich.

Der Anspruch des kriti­schen Tages

Der kritische Tag hat den Anspruch, Vertretern betrof­fener Unter­nehmen, des öffent­lichen Sektors und von Wissen­schaft und Forschung eine hochka­rätige Plattform zu bieten, um sich über Entwick­lungen und Best Practices zur IT- und physi­schen Sicherheit von kriti­schen Infra­struk­turen zu vernetzen und Erfah­rungen auszu­tau­schen. Dabei spielt auch eine Rolle, dass die Teilnehmer angehalten werden, den zweiten Teil des kriti­schen Tages als Barcamp zu gestalten. Ein Barcamp ist eine offene Tagung mit offenen Workshops, deren Inhalte von den Teilnehmern zu Beginn der Tagung selbst entwi­ckelt und im weiteren Verlauf gestaltet wird. Barcamps dienen demnach dem inhalt­lichen Austausch und der Diskussion.

 

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